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Bericht Diözesanjugendreferent

"Wir g'hörn z'samm"

Das erste: "Wir g'hörn z'samm".

Die Jahreslosung 2017 trifft mitten ins Herz. Sie möchte Energie für zukunftssichernde Maßnahmen freisetzen.
In der Jahreslosung steckt viel Energie drin.

Etwas Persönliches: Ich entstamme einer Großfamilie. Als fünfter von neun "braven" Buben kann ich ein Lied davon singen, dass bei uns beileibe nicht immer eitel Wonne geherrscht hat. Gerade dann, wenn es unlustig war, haben unsere Eltern deutlich zu verstehen gegeben: "Wir g'hörn z'samm". Die Gemeinschaft erweist sich in der gelebten Praxis, eben dann, wenn Konflikte als Herausforderungen zu bewältigen sind. Ja, gerade dann, wenn´s unrund läuft. Das hat Paulus im Brief an die Römer und ganz ähnlich im Brief an die Galather bewusst konstruktiv zum Thema gemacht. Auch das möchte ich nicht unter den Tisch fallen lassen.

Das zweite: "Strategien nach vorne entwickeln"

Meinen Chef, den Herrn Superintendent habe ich im Ohr: bei Gemeindeentwicklungs- und Organisationsprozessen - und ich stimme ihm absolut zu: es ist wichtig, uns dafür bereit zu halten und ebenso bereitzustellen, gute Entscheidungen zu treffen und umzusetzen: gewissermaßen, den "richtigen Hebel" anzusetzen. Da ist legistische, logistische und emotionale Intelligenz gefragt.
Ich meine, da gibt es auf jeden Fall noch Potential, das dienstbar gemacht werden kann.

Das dritte: "frischen Wind in die Kirche bringen"

Jetzt im Frühling ist es zuweilen böig. Das meine ich weniger. Vielmehr denke ich an den angenehmen Rückenwind, der dem Evangelium beider Testamente entspringt, und der aufleben lässt.
Martin Luther wollte, da lehne ich mich weit hinaus, alles andere als einen Luther-Renaissance-Kult.
Er wollte vielmehr, dass seine Ansätze sehr bewusst und mutig weiter entwickelt werden. Und dass eben Maß am Evangelium genommen wird, dem Urmeter für unser Entscheiden.

Das vierte: "Bildung ins Spiel bringen"

Alle reden von Bildung: wir auch - aber differenzierter. Die "formale Bildung" riecht zu sehr nach Schule, sie dämpft zuweilen die Lust auf Kirche und die Freude am Glauben. Es braucht genauso ebenbürtig die "non-formale" Bildung: unkonventionelle Zugänge zum Glauben an- und ausprobieren, nicht verkopft, sondern ganzheitlich. Neue Ideen ins unreine spinnen. Den Blick über den eigenen Tellerrand riskieren. Darüber hinaus gehört rede ich der "informellen Bildung" das Wort: das Vernetzen, das Kennenlernen, das Mitteilen, die Vertrauens-BILDUNG ist es, die eine lose Gruppe auf wunderbare Weise zu einem starken Team verwandelt. Ich lade ein, darauf zu setzen.

Werner Graf